Freitag, 19. Februar 2016

Tag 224 - Das große Los

"Der Weg entsteht beim Gehen. Mal sehen, wo er hinführt"





Der Satz ist aus dem Buch "Das große Los" von Meike Winnemuth. Die, die 500.000 € bei "Wer wird Millionär" gewonnen hat und darauf hin ein Jahr lang die Welt bereiste. Ich habe schon immer gern ihre Kolumnen in der SZ oder myself gelesen. Als ich dann das Buch in einer kostenlosen Bücherbörse gefunden habe, gabs kein Halten mehr.
Der Satz steht ziemlich am Anfang. Und ich bin mir gerade in diesem Moment sehr sicher, dass er wahr ist. Man muss nicht immer vorher wissen, wohin das Leben in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und sogar Jahren läuft. Manchmal ist es sogar ganz gut, das nicht ahnen zu können.
Aber genau deshalb habe ich jetzt, auch wenn schon der 19. Februar ist, einen neuen Vorsatz für das Jahr gefasst. Weniger "Ich könnte ja, aber..." und mehr "Ich mach das jetzt einfach".
Denn dann entsteht der Weg beim Gehen. Und ich bin gespannt, wo er hinführt.

Montag, 11. Januar 2016

Tag 185 - Guts over fear

When I was afraid to
I was afraid to make a single sound
Afraid I would never find a way out
Afraid I'd never be found
I don't wanna' go another round

An angry man's power will shut you up

Trip wires fill this house with tip toed love
Run out of excuses for everyone

So here I am and I will not run

Guts over fear (the time is near)
Guts over fear (I shed a tear)



Opa ist jetzt bei dir. Und ich muss den ganzen Mist in die Hand nehmen und es besser machen.
Es wird werden.

Wenn du bereit bist, jedes Gefühl zu fühlen, kann dir niemand mehr Angst machen!

Freitag, 9. Oktober 2015

Tag 91 - Warum ist mein Leben nicht wilder?

So langsam ist es angekommen. Wochenlang kann man sich über Wasser halten und hat genug zu tun, aber irgendwann kommt der Point of no return. Mein Körper hat sich gemeldet und mir eine kurze Auszeit verschafft. Ich bin mir nicht sicher ob sie mir hilft. Das ganze Nachdenken tut einfach nur weh. Mein Leben ist nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Ganz und gar nicht. Aber wer sollte das ändern, wenn nicht ich?
Aber an diesem Punkt stehe ich nun und frage: wie soll denn mein Leben nun sein? Und ich weiß es nicht.
Wie passend, dass ich im Urlaub das Buch "Wild - der große Trip" gelesen habe. Und jetzt gerade den Film sehe. Ich wusste dabei nicht, wie viel ich eigentlich gemeinsam habe mit Cheryl Strayed. Na ja - bis auf das Heroin Gott sei Dank! Aber mein Leben ist leider nicht so wild. Ich kann nicht mehrere Monate meine gewohnte Umgebung verlassen. Und der springende Punkt ist: Ich kann es nicht, weil ICH nicht wild genug bin.

Deshalb bleibt nur zu hoffen, dass entweder am Ende alles gut wird oder dass ich wilder werde.

"Wenn dein Mut sich dir versagt, übertriff deinen Mut"
(Emily Dickinson)

(Bild: Kino.de)

Montag, 14. September 2015

Tag 66 - Das Schwere an der Leichtigkeit des Seins












Es wird nicht leichter. Es gibt Tage, an denen geht es, aber leichter ist es bisher nicht geworden. Auch nicht im Urlaub. Es war zwar wunderschön und die Städte so sehenswert. Aber das einzige, an das ich denken konnte, ununterbrochen, die ganze Zeit: Wem soll ich die ganzen Fotos zeigen? Wem woll ich erzählen was ich gemacht habe?

Dienstag, 18. August 2015

Tag 38 - There goes my hero

Gerade sind mir alte Fotos von dir in die Hände gefallen. Von Feten mit deinen Arbeitskollegen, auf denen du offensichtlich so viel Spaß hattest. Eingemummelt in deine alte Fleecejacke kann ich nicht anders als heulen. Was raus muss, muss raus. Du bist so ein toller Mensch gewesen und so ein guter Vater. Also werde ich mich für die Zukunft anstrengen müssen, dich weiterhin stolz zu machen da oben.

Freitag geht es in den Urlaub. Ich freue mich riesig, aber es ist so ein komisches Gefühl. Mama allein zu lassen passt mir gar nicht. Viel schlimmer ist aber noch, dass ich dir nicht mehr erzählen kann, was ich im Urlaub alles sehen konnte. Ich hoffe du siehst von oben zu. Deine Kamera wird hoffentlich für gute Fotos sorgen ;-)

Mittwoch, 12. August 2015

Tag 32 - Und plötzlich alles Lilablau...

Lieber Papa,

Libori war grau ohne dich. Andere werden sagen es hat auch am Wetter gelegen, dass dieses Jahr einfach keine Stimmung aufkommen wollte. Für mich lag es daran, dass ich dir nicht mehr erzählen kann, wen ich dort alles getroffen habe. Du bist doch so gern auf dieses Fest gegangen.
Du kanntest doch alles und jeden! Was soll Libori denn werden ohne dich...

Die letzten Tage waren härter. Die Erinnerung an dich kommt immer wieder hoch und lässt mich nachts nur schwer einschlafen. Ich kann es immer noch nicht verstehen, warum gerade du jetzt nicht mehr da sein sollst.

Das Auto wird immer dreckiger, du würdest wahnsinnig werden, wenn du das sehen könntest.
Aber ich glaube das kannst du ja. Nur aus einem anderen Blickwinkel.

Samstag, 25. Juli 2015

Tag 14 - When the going gets tough, the tough get going


 
Hey Papa,

so langsam kriege ich mal wieder den Arsch hoch, wie man so schön sagt.
Natürlich nicht, ohne dass mir jemand dabei vorher in selbigen treten muss.
Gestern zum Beispiel war ich endlich mal wieder laufen. Mein fünfter Lauf von acht, die ich für die diesjährige Laufserie durchziehen muss. Und weißt du was - ich WERDE das durchziehen!
Und den achten Lauf, den laufe ich nur für dich. Es ist Quälerei, es tut zwischendurch alles weh, der Kopf glüht und du kriegst kaum noch Luft. Aber das Gefühl, wenn man es geschafft hat, ist einfach nur super!
Nur, weil du nicht mehr hier unen bei mir bist, heißt es außerdem nicht, dass ich dich nicht mehr stolz machen möchte. Deswegen beende ich diesen Post mit einem Satz, den ich gestern auf einem T-Shirt-Rücken lesen durfte:

DON'T CRY - RUN!