Freitag, 9. Oktober 2015

Tag 91 - Warum ist mein Leben nicht wilder?

So langsam ist es angekommen. Wochenlang kann man sich über Wasser halten und hat genug zu tun, aber irgendwann kommt der Point of no return. Mein Körper hat sich gemeldet und mir eine kurze Auszeit verschafft. Ich bin mir nicht sicher ob sie mir hilft. Das ganze Nachdenken tut einfach nur weh. Mein Leben ist nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Ganz und gar nicht. Aber wer sollte das ändern, wenn nicht ich?
Aber an diesem Punkt stehe ich nun und frage: wie soll denn mein Leben nun sein? Und ich weiß es nicht.
Wie passend, dass ich im Urlaub das Buch "Wild - der große Trip" gelesen habe. Und jetzt gerade den Film sehe. Ich wusste dabei nicht, wie viel ich eigentlich gemeinsam habe mit Cheryl Strayed. Na ja - bis auf das Heroin Gott sei Dank! Aber mein Leben ist leider nicht so wild. Ich kann nicht mehrere Monate meine gewohnte Umgebung verlassen. Und der springende Punkt ist: Ich kann es nicht, weil ICH nicht wild genug bin.

Deshalb bleibt nur zu hoffen, dass entweder am Ende alles gut wird oder dass ich wilder werde.

"Wenn dein Mut sich dir versagt, übertriff deinen Mut"
(Emily Dickinson)

(Bild: Kino.de)

Montag, 14. September 2015

Tag 66 - Das Schwere an der Leichtigkeit des Seins












Es wird nicht leichter. Es gibt Tage, an denen geht es, aber leichter ist es bisher nicht geworden. Auch nicht im Urlaub. Es war zwar wunderschön und die Städte so sehenswert. Aber das einzige, an das ich denken konnte, ununterbrochen, die ganze Zeit: Wem soll ich die ganzen Fotos zeigen? Wem woll ich erzählen was ich gemacht habe?

Dienstag, 18. August 2015

Tag 38 - There goes my hero

Gerade sind mir alte Fotos von dir in die Hände gefallen. Von Feten mit deinen Arbeitskollegen, auf denen du offensichtlich so viel Spaß hattest. Eingemummelt in deine alte Fleecejacke kann ich nicht anders als heulen. Was raus muss, muss raus. Du bist so ein toller Mensch gewesen und so ein guter Vater. Also werde ich mich für die Zukunft anstrengen müssen, dich weiterhin stolz zu machen da oben.

Freitag geht es in den Urlaub. Ich freue mich riesig, aber es ist so ein komisches Gefühl. Mama allein zu lassen passt mir gar nicht. Viel schlimmer ist aber noch, dass ich dir nicht mehr erzählen kann, was ich im Urlaub alles sehen konnte. Ich hoffe du siehst von oben zu. Deine Kamera wird hoffentlich für gute Fotos sorgen ;-)

Mittwoch, 12. August 2015

Tag 32 - Und plötzlich alles Lilablau...

Lieber Papa,

Libori war grau ohne dich. Andere werden sagen es hat auch am Wetter gelegen, dass dieses Jahr einfach keine Stimmung aufkommen wollte. Für mich lag es daran, dass ich dir nicht mehr erzählen kann, wen ich dort alles getroffen habe. Du bist doch so gern auf dieses Fest gegangen.
Du kanntest doch alles und jeden! Was soll Libori denn werden ohne dich...

Die letzten Tage waren härter. Die Erinnerung an dich kommt immer wieder hoch und lässt mich nachts nur schwer einschlafen. Ich kann es immer noch nicht verstehen, warum gerade du jetzt nicht mehr da sein sollst.

Das Auto wird immer dreckiger, du würdest wahnsinnig werden, wenn du das sehen könntest.
Aber ich glaube das kannst du ja. Nur aus einem anderen Blickwinkel.

Samstag, 25. Juli 2015

Tag 14 - When the going gets tough, the tough get going


 
Hey Papa,

so langsam kriege ich mal wieder den Arsch hoch, wie man so schön sagt.
Natürlich nicht, ohne dass mir jemand dabei vorher in selbigen treten muss.
Gestern zum Beispiel war ich endlich mal wieder laufen. Mein fünfter Lauf von acht, die ich für die diesjährige Laufserie durchziehen muss. Und weißt du was - ich WERDE das durchziehen!
Und den achten Lauf, den laufe ich nur für dich. Es ist Quälerei, es tut zwischendurch alles weh, der Kopf glüht und du kriegst kaum noch Luft. Aber das Gefühl, wenn man es geschafft hat, ist einfach nur super!
Nur, weil du nicht mehr hier unen bei mir bist, heißt es außerdem nicht, dass ich dich nicht mehr stolz machen möchte. Deswegen beende ich diesen Post mit einem Satz, den ich gestern auf einem T-Shirt-Rücken lesen durfte:

DON'T CRY - RUN!



Montag, 20. Juli 2015

Tag 10 - Ultimatives "Das Leben muss weitergehen"-ing

Lieber Papa,

die ersten zehn Tage ohne dich sind rum. Am Wochenende habe ich es mit extrem "Das Leben muss weitergehen"-ing probiert. Für den Moment hat es gut geklappt, aber im Nachhinein...nicht wirklich.
Ich kann mich so viel ablenken wie ich will, du schwirrst mir immer im Kopf herum.
Und genauso möchte ich es auch. Du passt sicher da oben auf mich auf. Und einen Schutzengel mehr kann ich gebrauchen - das weißt du.

Im Dom brennt nun eine Kerze für dich. Du warst sicher immer gern dort und kanntest jede kleine Kapelle und jeden Altar. Und auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, was der da oben so bereit hält, so muss ich doch anfangen in allem den Sinn zu suchen.

Liebe Grüße von down here,
Deine Julia

Dienstag, 14. Juli 2015

Tag 4 - Es war ein Stück vom Himmel, dass es dich gibt...





Ich geh hier nicht weg.
Hab meine Frist verlängert.
Neue Zeitreise, offene Welt.
Habe dich sicher in meiner Seele.
Ich trag dich bei mir, bis der Vorhang fällt.